Hauskauf-Tagebuch | Teil 10: Ist das Scam oder müssen wir zahlen?

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In dieser Serie teile ich Einblicke vom Weg zu unserem Traumhaus. Zu den verschiedenen Stationen gebe ich Tipps, die du für deinen eigenen Hauskauf nutzen kannst. Den kompletten Zeitverlauf findest du zudem auf der Themenseite.

Als nächstes fanden wir eine dubiose Rechnung im Briefkasten. Wir sollten für etwas zahlen, was wir gar nicht in Auftrag gegeben hatten. Zudem enthielt die Rechnung einen Haufen Fehler. Hat da jemand versucht, und Geld abzuluchsen?

Mein Name auf der Rechnung war falsch geschrieben. Der von meinem Partner stimmte zwar, aber auch die Hausnummer von unserem Haus nicht korrekt. Und die Rechnung war von einer Firma geschrieben, deren Adresse nicht zu der passte, die man im Internet zu ihr fand.

Ich war mir schnell sicher: das ist ein Scam.

Aber ziemlich gut gemacht“, meinte ich und lachte darüber. Jemand muss ja irgendwie herausgefunden haben, dass wir gerade ein Haus gekauft hatten. Einige der Angaben stimmten ja. Woher hatte der Absender wohl die Daten bekommen?

Aufruf zur Blogparade: Dafür gebe ich (gerne) Geld aus

Eigentlich wollte ich den Schrieb gleich in den Papierkorb werfen. Doch irgendwas hielt mich davon ab und er wanderte doch erstmal in dem Ordner mit den anderen Dokumenten von unserem Hauskauf.

Einen Tag später dachte ich noch einmal darüber nach und war doch nicht mehr so ganz überzeugt. Die Rechnung bezog sich auf Erdarbeiten, konkret auf Mutterboden, der aufgeschüttet worden war.

So ein Projekt stand bei unserem Haus auch noch an. Unser Makler hatte vor kurzem einmal abgefragt, ob denn grundsätzlich Interesse daran bestehe. Bei den Eigentümern von einem der anderen fertiggestellten Häuser seien die Planungen hierzu schon konkreter und man könne das ja in einem Abwasch machen.

Vielleicht war also doch was Wahres dran. Also rief ich bei der Firma an, die die Rechung ausgestellt hatte. Das gestaltete sich aufgrund der Firmenkostellation als gar nicht so einfach. Im Internet fand ich nur die Kontaktdaten von einer der beiden Firmen, die offenbar mit dieser Rechnung zu tun hatten.

Diese hatte wohl vor kurzem eine Tochtergesellschaft gegründet, welche sich um Abriss- und Erdarbeiten kümmert. Deren Telefonnummer musste ich erst über die Muttergesellschaft erfragen und anschließend habe ich niemanden dort erreicht.

Mein nächster Anruf ging an unseren Makler. Auch, wenn wir diesen nicht selbst bezahlen mussten, war er durchgängig ins Geschehen involviert und einer unser wichtigsten Ansprechpartner. Mit der Baufirma selbst hatten wir bis dato kaum Kontakt.

Der Makler sagte mir dann, was ich im ersten Moment selbst nicht glauben wollte. Natürlich, die Erdarbeiten seien doch durchgeführt worden. Wir hätten dem doch längst zugestimmt.

Er las mir auch den E-Mail-Verlauf dazu nochmal vor. Nein, zugestimmt hatten wir nicht. Wir hatten es allerdings schwammig formuliert und wenn man es darauf anlegt, kann man kann da natürlich etwas reininterpretieren.

Wir hatten auch keinen Kostenvoranschlag oder sonstige Informationen zu den Preisen für die Erdarbeiten bekommen. Einen groben Rahmen hierzu hatte ich eigentlich schon erwartet.

Aber gut, vielleicht war es letztendlich gar nicht verkehrt, dass der Mutterboden schon geliefert worden war. Ein Punkt weniger, um den wir uns kümmern mussten. Auch wenn ich mir den Prozess anders gewünscht hätte.

Zu dem Zeitpunkt wussten wir noch nicht, dass wir später jede Menge Glas und Syropor im Garten finden würden. Von Lehm mal ganz abgesehen.

Ich habe übrigens eine neue, berichtigte Rechnung angefordert, bevor wir sie bezahlt haben. Sicher ist sicher.

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