Hauskauf-Tagebuch | Teil 11: Bauabnahme

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Als nächstes stand die Bauabnahme vor der Tür. Lange haben wir überlegt, ob wir dafür einen Gutachter engagieren sollen oder nicht. Gern hätten wir auch einfach einen Bekannten mitgenommen, der sich im Thema auskennt. Doch in unserem Umfeld gab es da abgesehen von meinem Opa niemanden. Und mein Opa ist schon recht betagt und wohnt leider nicht gleich um die Ecke. Ein zweites Mal wollten wir ihn nicht bemühen. Er freute sich aber, als wir ihn im Vorfeld nochmal nach ein paar Tipps fragten, worauf man denn bei Bauabnahmen so zu achten hat.

Letztendlich war es glaube ich keine schlechte Entscheidung, dass wir zur Abnahme mit einem Gutachter aufkreuzten. Den zu beauftragen kostet zwar, übersehene Mängel am Bau gehen aber schnell deutlich mehr ins Geld.

Bauträger und Makler hatten aber wohl erwartet, dass mein Opa nochmal mitkam. Das merkte man ihnen ein bisschen an. Den langen Fahrtweg und sein genaues Alter hatte man meinem Opa schließlich beim letzten Mal nicht angesehen.

Da der Sachverständige mitkam, hatte ich mir im Vorfeld nicht ganz so viele Gedanken rund um die Bauabnahme gemacht. Ich hatte mich ein bisschen informiert, welche Punkte da so relevant sind, und die Liste von meinem Opa mitgenommen. Das wird ganz halbwegs entspannt, dachte ich.

Nun, nicht ganz. Es war ein heißer Tag und er gehörte (damals unter anderem durch die Schwangerschaft) nicht zu den Tagen, an denen ich vor Energie gerade zu schäumte.

Wir gingen gemeinsam alle Räume im Haus ab, anschließend sahen wir uns das Haus dann von außen an. Wir sprachen über die Besonderheiten das Hauses und diskutierten verschiedene Dinge.

Währenddessen musste man mitschreiben, bzw. die wichtigsten Dinge notieren. Der Gutachter selbst wies uns auf einiges hin, stellte Fragen und gab auch noch ein paar Tipps und Hinweise, zum Beispiel für die Möglichkeit zum Einbau von einer Solaranlage.

Das Haus selbst war zum Zeitpunkt der Abnahme noch nicht 100% fertig. Ein paar Dinge hatte der Bauträger ohnehin noch auf der ToDo-Liste. Wir ergänzten sie nach der Bauabnahme um ein paar weitere Punkte im Bauabnahmeprotokoll.

Es war nicht verkehrt, den Gutachter dabei zu haben. Aber er war eben nicht wie mein Opa, der sich alles merkt und auch im Nachhinein Unklarheiten aufklären kann. Ehrlich gesagt: ich fand den Termin dennoch ziemlich anstrengend.

Nach der Bauabnahme bekamen wir auch den Schlüssel für unser Haus. Zwar behielt die Baufirma ebenfalls einen, doch wir konnten schon mal rein und Renovierungen machen. Wobei – das Haus war ja neu, hier gibt es bestimmt noch ein passenderes Wort.

Tipps für die Bauabnahme:

  • Lieber zu viele als zu wenige: Nimm dir eine zusätzliche Person zur Bauabnahme mit. Ob das ein Sachverständiger ist, ein Kumpel mit Interesse am Bauen, ein Verwandter oder jemand, der einfach gerne Fragen stellt.
  • Trau dich, zu fragen: Bei der Abnahme gibt es Informationsasymmetrien. Das heißt zu deutsch: Bauträger und Makler kennen sich wesentlich besser mit der baulichen Substanz aus, als du es tust. Lass dich davon nicht abschrecken, trete selbstbewusst aus und frage direkt nach, wenn dir etwas komisch vorkommt. Es wäre nicht das erste Mal, dass jemand versucht einen Mangel unter den Tisch zu kehren.
  • Halte alles im Protokoll fest: Das Bauabnahmeprotokoll ist das Dokument, auf das man sich später im Zweifel berufen kann. Halte hier alles fest, was bei der Abnahme mit dem Bauträger besprochen wurde.
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