
In dieser Serie teile ich Einblicke vom Weg zu unserem Traumhaus. Zu den verschiedenen Stationen gebe ich Tipps, die du für deinen eigenen Hauskauf nutzen kannst. Den kompletten Zeitverlauf findest du zudem auf der Themenseite.
Wann genau unsere Entscheidung für das Haus fiel, kann ich gar nicht mehr genau sagen. Tendenziell fängt man ja schon recht früh an, sich darüber Gedanken zu machen, spätestens, nachdem man das Haus besichtigt hat.
Es ist ein Abwägen, immer gibt es Punkte, die für das Haus sprechen und welche, die dagegen stimmen. Aber gut, das hat man bei jeder Entscheidung, auch wenn du deinen Traumjob findest wird dagegen sprechen, dass du dich erstmal auf das neue Setting einstellen musst, Beziehungen zu Kollegen neu aufbauen und dass du im Vorfeld gar nicht weißt, ob der Job wirklich so cool wird wie du es dir vorstellst.
Was spielt in die Entscheidung für/gegen das Haus mit rein:
- Lage (Mikro- und Makrolage: was gibt es alles in der Umgebung? Wie lang sind die Wege zu Ärzten, Kindergärten etc.? Wer wohnt noch hier?)
- Größe, Grundriss und Zimmeraufteilung
- Garten / Balkone
- Bausubstanz, Baujahr, nötige Renovierungen etc.
- Haustechnik & Ausstattung: Heizung, Dämmung, Fenster, Dach, Wasser-/Elektroinstallation, Smart-Home-Möglichkeiten.
- Energieeffizienzklasse
- Preis und Finanzierungsmöglichkeiten
- Laufende Kosten: Grundsteuer, Versicherungen, Heiz- und Stromkosten
- Stimmung: kann ich mir vorstellen, hier zu leben?
- persönliche Wünsche und Vorstellungen
Was beim Haus anders ist als bei den meisten anderen Entscheidungen in unserem Leben ist zum einen das finanzielle Committment. Es ist eine der größten finanziellen Entscheidungen in unserem Leben, oft die größte. Die will gut durchdacht sein.
Zum anderen ist es der Zeithorizont. Einen Job kann man ohne großen Aufwand nochmal wechseln, aber im Haus plant man, langfristig zu leben.
Gut, es gibt auch die Möglichkeit, das Haus nach einer gewissen Zeit wieder zu verkaufen, aber darüber denkt man ja tendenziell eher weniger nach, wenn es um das eigene Traumhaus geht.
Bei unserem Haus wussten wir von Anfang an dass viele unserer Kriterien erfüllt waren, es sprach also eine Menge dafür es zu kaufen. Eine finale Entscheidung wollte ich jedoch nicht treffen, bevor mein Opa (früherer Bau-Ing.) sich einmal alles mit angeschaut und seine Einschätzung gegeben hatte.
Und auch als die Entscheidung getroffen war, wollte ich mich noch nicht zu sehr in das Ganze reindenken. Schließlich stand noch lange nicht fest, dass wir das Haus auch bekommen würden.
Es hätte genauso gut sein können, dass jemand anderes schneller war mit seiner Zusage oder den Makler persönlich kannte und deshalb einen Vorteil hatte.
Tipps für die Entscheidung:
- Pro und Contra: Erstelle eine Liste mit allen Aspekten, die für und gegen den Hauskauf sprechen
- Monatliche Belastung: Sprich mit einem Finanzierungsberater darüber welche Kosten durch den Hauskauf pro Monat auf dich zukommen. Zur ersten Einschätzung kannst du dies auch selbst überschlagen:
- Kaufpreis x 1,1 = Gesamtkosten inkl. Nebenkosten
- Gesamtkosten – Eigenkapital = Darlehensbetrag
- Darlehensbetrag x (aktuelle Zinsen + 2% Tilgung) = jährliche Darlehensrate
- Jährliche Darlehensrate / 12 = monatliche Rate
- Meinungen einholen: Frage Menschen in deinem Umfeld nach ihrer Einschätzung. Jeder denkt ein bisschen anders und eventuell kommen in den Gesprächen Aspekte auf, an die du selbst zuvor noch gar nicht gedacht hast.
Ich würde mehr auf das Grundstück achten, nicht nur auf das Haus. Schließlich kaufst du eigentlich das Grundstück, mit allem was da drauf steht und selbst wenn das Haus zerfällt, der Grundstückwert bleibt erhalten. Also ist es Wohngebiet (gut) oder Mischgebiet (weniger gut)? Wie ist die Lage, nicht zu laut, randständig, unverbaubarer Blick etc? Sind bauliche Veränderungen in der Gegend geplant in den nächsten Jahren, die einen Einfluss auf den Grundstückwert haben werden usw.
Zum zweiten Teil kann ich noch den Tipp geben, inbesondere wenn ein hoher Konkurrenzdruck zwischen potentiellen Käufern besteht, würde ich keine offizielle Begehung durch einen Gutachter empfehlen, damit wird man dann vermutlich von den Verkäufern aussortiert. Dann vielleicht eher als “Freund” oder “Onkel” zu der Besichtigung mitnehmen und sich hinterher kurz besprechen, dann ggf. nach Stundensatz o.ä. bezahlen.
Die Lage ist sehr wichtig, da stimme ich dir zu. Wir hatten tatsächlich einen Verwandten zur Besichtigung mit, der sich gut auskannte. Man kann den Gutachter natürlich als jemand anderes tarnen, aber ich denke man sollte schon jemanden zu Rate ziehen, der Ahnung vom Bau hat, den Zustand einschätzen kann und grob weiß, welche Sanierungen etc. in den kommenden Jahren noch auf einen zukommen. Denn ein Haus zu kaufen ist ein riesiges finazielles Kommittment und es ist besser, diese Dinge vorab zu wissen