Hauskauf-Tagebuch | Teil 5: Der Zuschlag

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Zwischen Traum und Realität: Natürlich bist du nicht die einzige, die sich für das Haus interessiert. Sollte das doch so sein, dann ist dies eher ein Indiz dafür, dass etwas faul ist, als dass du einfach Glück hast.

Dieses “in der Luft hängen” nach der Entscheidung für das Haus, ist nicht schön. Du hast schon tausend Ideen, wie du die Räume dort gestalten und dort leben wirst. Du willst dich aber gleichzeitig noch nicht zu sehr in die Sache reindenken, denn eventuell bekommt jemand anderes den Zuschlag.

Ich hoffe, das Wort “Zuschlag” ist an dieser Stelle geläufig und nicht zu sehr durch meine Arbeit im Bankenbereich geprägt: Es steht dafür, dass man sich gegenüber anderen Kaufinteressenten durchsetzt. Man hat den Zuschlag erhalten (= das Haus bekommen) oder das Objekt hat sich zerschlagen (= man hat es nicht bekommen).

Manch ein Verkäufer macht es sich zu nutzen, dass mehrere Leute sein Haus haben wollen, und zettelt einen Bieterwettstreit an. Hierbei müssen Interessenten Kaufgebote für das Haus abgeben. Der Bieter mit dem höchsten Gebot erhält dann den Zuschlag. Ob man bei so einem Verfahren mitmachen möchte, sollte man sich im Vorfeld gut überlegen. Eventuell zahlt man hier deutlich mehr für das Haus, als es eigentlich wert ist. Weil man sich ein wenig in das Haus verliebt hat und nicht möchte, dass es jemand anderes bekommt.

Tatsächlich haben wir vor einigen Jahren schon mal ein Haus besichtigt, bei dem der Verkäufer, der selbst einige Jahre im Haus gewohnt hatte, genau das vorhatte. Der Kaufpreis war extra niedrig angesetzt, um viele Interessenten anzulocken. Nach der Besichtigung hieß es dann “ihr könnt gerne ein Kaufgebot abgeben“. Zuvor war uns gar nicht klar, dass der Preis in der Anzeige nur eine grobe Linie darstellte. Natürlich wollte der Verkäufer mehr Geld für sein Haus haben. Und er machte deutlich, dass er demjenigen sein Haus verkaufen würde, dem es am meisten wert war.

Bei uns stand ein solches Spiel damals wie dieses Mal nicht zur Debatte. Natürlich spielen Emotionen beim Hauskauf mit rein, aber man muss das Ganze auch rational betrachten. Denn es geht um eine Menge Geld.

Ganz genau weiß ich nicht, wie der Prozess bezüglich des Zuschlags nun bei uns ablief und wie viele andere Interessenten noch im Spiel waren. Ich glaube aber was zum Tragen kam, war Schnelligkeit.

Makler und Verkäufer wollen nämlich tendenziell nicht 50 verschiedenen Interessenten das Haus zeigen, sondern möglichst zeitnah jemanden finden, der ernsthaftes Interesse hat. Wir sagten nach Besichtigung relativ schnell zu, das Haus kaufen zu wollen. Ich denke, dass wir deshalb auch den Zuschlag erhalten haben. Diese Zusage sollte zwar nach Möglichkeit verbindlich sein, ist aber noch keine Verpflichtung nachher den Kaufvertrag unterschreiben zu müssen.

Zuerst konnte ich gar nicht glauben, das Haus wirklich bekommen zu haben. Natürlich freute ich mich, aber es war gleichzeitig so unwirklich. Vielleicht lag das aber an mir, ich glaube auch immer erst, einen neuen Job bekommen zu haben, wenn ich an meinem ersten Tag dort in das neue Büro gehe. Man kann sich also auf jeden Fall an dieser Stelle schon freuen.

Bis zu unserem Einzug, war es allerdings noch ein langer Weg.

Tipps um den Zuschlag zu erhalten:

  • Sei schnell: Sobald du zusammen mit deinem Partner die Entscheidung für das Haus getroffen hast, teile diese dem Makler bzw. dem Verkäufer mit. Häufig gilt “first come, first served”.
  • Plane deine Finanzierung: Nach der ersten Besichtigung solltest du spätestens beginnen, dir Gedanken über deine Baufinanzierung zu machen. Schalte hierfür eventuell einen Berater ein. Gerade im bei Mietimmobilien wird zum Teil erwartet, dass die Finanzierung bereits steht, wenn man zur Besichtigung kommt.
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