Hauskauf-Tagebuch | Teil 8: Notartermin #1

Hauskauf-Tagebuch Dein Finanz-Magazin

In dieser Serie teile ich Einblicke vom Weg zu unserem Traumhaus. Zu den verschiedenen Stationen gebe ich Tipps, die du für deinen eigenen Hauskauf nutzen kannst. Den kompletten Zeitverlauf findest du zudem auf der Themenseite.

Nun wurde es ernst, der Notartermin zum Unterschreiben vom Kaufvertrag für unser Haus stand an. Endlich! Aber leider war der weitaus anstrengender und unromantischer war, als ich es mir vorgestellt hatte.

Vor dem Termin

Die Verlegung des Termins um knapp einen Monat tat meiner Aufregung keinen Abbruch. Die Nacht zuvor habe ich wenig geschlafen, an dem Tag selbst hatte ich frei und las mir den Kaufvertragsentwurf noch einmal Wort für Wort durch. Auf einem Zettel notierte ich alle Dinge, die ich nicht zu 100% verstanden hatte, um später nachfragen zu können.

Unser Termin lag nachmittags und fand in einer anderen Stadt statt. Warum weiß ich nicht, Verkäufer und Makler hatten den Kontakt hergestellt.

Wir machten uns rechtzeitig auf den Weg und hatten vor Ort noch mehr Zeit als nötig. Also holten wir uns noch einen Kaffee in einem kleinen Café in der Nähe des Notarbüros. Hier war dann auch genug Zeit, den Kaufvertragsentwurf noch ein weiteres Mal durchzugehen.

Wir machten uns gegenseitig klar, den Vertrag nicht unterschreiben zu wollen und nicht zu müssen. Unsere Wohnung war zu dem Zeitpunkt ungekündigt, dort bleiben kein Problem, wenn auch nicht optimal.

So lief unser Notartermin ab:

Beim Notarbüro warteten schon Makler und Verkäufer. Beide waren gut gelaunt, unter anderem deshalb, weil sie gerade eines der anderen Häuser verkauft hatten.

Unsere Ausweise wurden gescannt, eine Assistentin brachte Getränke und dann erschien bereits der Notar und zeigte den Weg zu seinem Notarzimmer.

Der Termin begann nach dem Grußwort mit Verlesung der Baubeschreibung, anschließend wurden die Baupläne und Bauzeichnungen rumgereicht. Dann ging es an den 27 Seiten langen Vertrag, der vom Notar vorgelesen und von uns besprochen wurde. Der Notar muss als neutrale Instanz alle Fragen beider Parteien beantworten und verständlich erklären.

Wir stellten ihm die Fragen, die wir hatten. Schließlich geht mit dem Vertrag einiges an Verantwortung einher und man muss verstehen, was man da unterschreibt.

Das Juristendeutsch machte es allerdings nicht einfach, alles auf Anhieb zu checken. Auch wenn es mir natürlich half, dass das Thema Immobilien kein unbekanntes für mich ist.

Nach einiger Zeit wurde es zudem anstrengend, sich zu konzentrieren und dem Ganzen zu folgen. Auch wenn dies natürlich super wichtig war.

Einen Vorteil hatten die juristischen Formulierungen dennoch: Alles war sehr sachlich und wurde auf der Sachebene erklärt. Dabei ist der Hauskauf an sich keine sachliche Entscheidung. Es heißt ja auch “man kauft kein Haus, man kauft ein Zuhause”. Es sei denn natürlich, es handelt sich um ein Mietobjekt.

Trotzdem muss man beim Kauf auch rational denken, es geht um viel Geld und es ist ein Risiko. Man möchte nicht, dass der Kaufvertrag Nachteile mit sich bringt, von denen man vorher nicht wusste.

Ehrlich gesagt war ich auch ganz froh, dass meine letzte Besichtigung von unserem Haus schon etwas besser zurück lag. So war ich emotional weniger gefangen.

Unser Termin war für zwei Stunden angesetzt. Gebraucht haben wir eine halbe Stunde länger. Und während die Vertragsbesprechung sich zog, so ging das Unterschreiben an sich ganz schnell.

Zu schnell, um es als feierlichen Moment festzuhalten. So lange hatte man sich konzentriert und dann war auf Schlag alles besiegelt.

Wir sind danach noch etwas essen gegangen. Erst auf dem Weg nach Hause habe ich dann wirklich alles realisiert.

Den Kaufvertrag nahmen wir übrigens nicht direkt mit nach Hause. Denn in den vorher erstellten Kaufvertragsentwurf mussten noch die Anpassungen eingepflegt werden, die wir während des Termins gemeinsam besprochen haben. Wir erhielten ihn etwas später per Post zugeschickt.

Meine Tipps für den Notartermin:

  • Vertrag vorher gründlich lesen: im Termin selbst kann man sich besser konzentrieren, wenn einem das Ganze bekannt vorkommt
  • Alle Fragen stellen, die du hast: Du selbst musst verstehen, was im Vertrag steht und welche Pflichten du damit eingehst.
  • Wenn du das Haus nicht allein kaufst: Sprich dich vorher mit deinem Partner gut ab. Welche Fragen habt ihr? Gibt es No-Gos für den Kauf?
  • Lass deine Emotionen (etwas) außen vor: Denke nicht nur an das Haus als ‘Zuhause’, sondern ebeso als Anlage bzw. größtes finanzielles Investment in deinem Leben
Beitrag Teilen

Schreibe einen Kommentar