Urlaub mit Kind: doppelt so teuer, halb so erholsam?

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Ob nach Andalusien, in die USA oder einfach nach Mallorca: ich bin immer gerne in den Urlaub gefahren. Ein paar Tage woanders sein, ein bisschen entspannen und neues erleben – das tut immer gut. 

Daran hat sich auch nichts geändert, seit meine kleine Tochter auf der Welt ist. Doch Urlaub mit kleinem Kind ist nicht das, was es früher war. Weder erholungstechnisch noch finanziell. 

Die ganze Zeit eine Aufgabe

Am Pool sonnen, ein bisschen Sport machen, dann durch ein uriges kleines Städtchen schlendern und abends Cocktails an der Strandpromenade schlürfen: klingt traumhaft und wird auch erstmal nur ein Traum bleiben. 

Mit kleinem Kind ist kaum etwas davon realisierbar. Es sei denn, man wechselt sich mit dem Partner bei der Betreuung ab und macht diese Sachen in der freien Zeit alleine. Aber dann ist es auch nicht wirklich ein gemeinsamer Urlaub. 

Es ist in Ordnung, dass es erstmal so ist. Kleine Kinder brauchen nun mal Aufmerksamkeit, das Leben und auch der Urlaub sind nun erstmal anders. Aber die Kinder bleiben auch nicht so klein. Wenn sie größer werden, wird reisen mit ihnen wieder anders sein. Oder man sucht vielleicht ein Hotel mit Kinderbetreuung aus und hat es zeitweise wieder wie früher. 

Andere Ansprüche 

Auf manchen Reisen hab ich nicht sonderlich viel Wert auf die Unterkunft gelegt. Fand man etwas günstiges mit weniger Komfort, blieb mehr Geld für Aktivitäten

War der normale Arbeitsalltag stressig, dann durfte es im Urlaub mehr Komfort sein. Aber ich war eigentlich immer der Typ, der im Urlaub etwas sehen und erleben wollte. Am Strand oder Pool liegen ist schön für eine Zeit lang, aber irgendwann muss ich auch wieder etwas machen. 

Und jetzt, wo meine Tochter mit an Bord ist, gibt es einiges mehr bei der Wahl der Unterkunft zu beachten: Gibt es ein Babybett, einen Hochstuhl, einen Aufzug (wegen dem Buggy). Kühlschrank und Mikrowelle wären auch ganz nett. Am besten packe ich auch gleich Kindersicherungen für die Steckdosen in den Koffer, für alle Fälle. 

Und wenn die Unterkunft ausgewählt ist, stellt sich die Frage: wie reisen wir am besten an? Was ist am stressfreisten?

Wir haben letztens einen Urlaub in der Nähe gebucht und nicht ganz so viel Geld ausgegeben. Einiges würde ich zwar wieder so machen, aber das nächste Mal würde ich mehr Geld in die Hand nehmen.

(Sonder-)Wünsche kosten Geld

Am deutlichsten aufgefallen ist es mir bei den Flügen: diese möchte man wenn möglich nicht so wählen, dass der Schlafrhytmus durcheinander kommt. Denn das sorgt eventuell für viel Geschrei und ist nicht angenehm für alle Beteiligten. Also am besten nicht schon gleich um 8 Uhr morgens. Um 10 Uhr wäre gut. Danach geht es auch aber am besten so, dass man um 19 Uhr schon gelandet ist. 

Hinzu kommt, dass man sich auch nicht ganz frei aussuchen kann, in welcher Woche man los fährt: Kita und Kindergarten haben Schließzeiten, später gibt es Schulferien.

Nun geht das aber allen Familien so. Singles und Paare sind zwar weniger an Schließzeiten gebunden, möchten aber auch nicht unbedingt so reisen, dass sie sehr früh aufstehen müssen oder spät erst ankommen. 

Die Flugzeiten tagsüber sind also sehr beliebt und daher auch teuer. Und gleichzeitig nichts, woran man sparen möchte. 

Aber nicht nur das: auch ein zusätzliches Gepäckstück und der Transport vom Buggy muss bezahlt werden. Ein Babybett im Hotelzimmer ist mancherorts ebenfalls mit Gebühren verbunden. Falls es im Wunsch-Hotel überhaupt verfügbar ist und man nicht auf eine andere Unterkunft ausweichen muss. 

Auch beim Mietwagen vor Ort muss man sich um einen Kindersitz kümmern. Und dieser muss natürlich auch groß genug sein, damit das ganze Gepäck untergebracht werden kann. Denn mit Kind braucht man einfach deutlich mehr Sachen, als wenn man alleine bzw. als Paar verreist.

Für unseren 3-wöchigen Roadtrip durch die USA hab ich nicht mehr als einen Rucksack und Handgepäckskoffer gebraucht. Heute brauche ich jenen Koffer plus Wickeltasche und Tragetasche, wenn ich mit meiner Tochter für ein Wochenende zu meinen Eltern fahre. Und das obwohl dort schon viele Sachen sind, die wir nutzen können.

Fazit 

Ich finde es ist keine Lösung, gar nicht mit den Kleinen wegzufahren, wenn man es sich leisten kann. Denn nach wie vor geht es im Leben darum, Erlebnisse zu sammeln. Für uns wie auch für die Kinder. Aber ein Familienurlaub kostet eben, weil die Ansprüche anders sind. Es ist wahrscheinlich das sinnvollste, insgesamt weniger Urlaube zu machen, aber für den Urlaub jeweils mehr auszugeben, um Stress zu vermeiden. 

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