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Wie viele Handys hattest Du bis jetzt?

Das Handy, oder besser das Smartphone, ist zu einem der meistgenutzten Alltagsgegenstände geworden. Natürlich will man nicht, dass hierbei groß Dinge stören, da dies uns dann vielmals am Tag stören würde. Hinzu kommt die technische Weiterentwicklung im Laufe der Zeit, gegen die wir – auch wenn es so manches mal finanziell von Vorteil wäre – nicht immun sind. Also wird das Handy, das wir so häufig nutzen, auch am laufenden Band durch ein neues Produkt ersetzt. Oder doch lieber nicht?

Neuer, besser, teurer

Es gibt viele Marketing-Initiativen, die darauf abzielen dass wir kleine Smartphone-Fehler nicht dulden und neue Produkte, wenn sie auf dem Markt sind, sofort haben wollen. Vor eingen Wochen habe ich einen Beitrag gelesen, in dem es um kurzzeitige Rabatte für das neue iPhone ging und dass wir uns darüber ärgern, wenn wir erst später kaufen und die Rabatte daher nicht bekommen. Das Rabatt-Prinzip leuchtet mir ein, doch fand ich die Disskussion ein wenig absurd: Warum will man sich das neue iPhone kaufen, sobald es auf dem Markt ist, und hält sich dann mit den Rabatten auf? Besser wäre es doch, erstmal gar nichts zu kaufen. Solange das alte bzw. bisherige Handy noch funktioniert, besteht gar nicht die Notwendigkeit, sich nach etwas neuen umzuschauen.

[Sehe nur ich das so? Schreibe gern deine Meinung in die Kommentare]

Digital World

Das Smartphone ist im Kontext der Digitalisierung natürlich immer relevanter geworden. Allein für Banking zum Beispiel braucht man mittlerweile fast überall eine App. Während es vor 15 Jahren noch üblich war, in die Bankfiliale zu gehen oder Überweisungen per Telebanking zu machen, sind diese Möglichkeiten mittlerweile umständlich und unkomfortabel geworden. Auch Bilder und Sprachnachrichten an Freunde zu versenden gehört zum Alltag, genau wie Social Media – und dafür ist nun mal ein Smartphone unabdingbar.

Wie viele Handys hattest Du bis jetzt?

Diese Zahl hat man nicht unbedingt direkt im Kopf. Schließlich spielt sie auch bei der Entscheidung, ein neues Produkt zu kaufen, wohl kaum eine Rolle. Ich habe einmal bei mir nachgerechnet, wie viele es bisher sind:

No. 1

Mein erstes Handy bekam ich mit 10 Jahren zu meinem Start auf dem Gymnasium, da ich hierfür mit Bus und Bahn ein paar Orte weiter fahren musste. Es war ein altes Nokia, das zwar schon eine Kamera-Funktion hatte – doch man konnte genau 5 Bilder machen, dann war der Speicherplatz voll.

By the way: dieses Handy habe ich danach noch meinem Großvater (mittlerweile Ü80) vermacht

No. 2

Anschließend hatte ich ein Handy von Samsung mit Tough-Screen, was aber noch kein Smartphone war und was zu dieser Zeit viele hatten. Im Nachhinein hätte ich dieses Handy nicht gebraucht, aber damals war es modern und weitaus fortschrittlicher als mein vorheriges.

No. 3

Etwas später brach dann die Zeit der Smartphones an. Ich war ganz bestimmt nicht unter den ersten hier, aber irgendwann war es fast Pflicht, um mit Mitschülern kommunizieren zu können und auf dem Laufenden zu bleiben. Mit meinem ersten Smartphone kam ich gut klar und hätte es gerne auch noch länger verwendet, doch leider lies ich es mit 17 nach dem Feiern einmal aufs Kopfsteinpflaster fallen und das Display zersprang. Damit allein konnte ich noch leben, aber es hatte auch die Telefon-Funktion hierdurch gelitten und Anrufe waren nicht mehr ohne weiteres möglich.

No. 4

Ich musste mir also ein neues Handy zulegen, worüber ich mich damals ganz schön ärgerte. Ich wählte ein eher günstiges Modell, das am unteren Rand leicht abgeschrägt war. Auf dieser Schräge blinkte eine Leuchte, jedes mal dann, wenn eine neue Benachrichtigung rein kam. Mit der Zeit fing es an mich mehr und mehr zu nerven – gerade auch dann, wenn ich nachts mal nicht das Internet ausgeschaltet hatte. Dieses Handy kaufte ich, da ich recht schnell ein neues brauchte und mit 17 nicht die Möglichkeiten hatte, hierfür viel auszugeben – aber es war definitiv ein Fehlkauf.

No. 5

Also kaufte ich mir wieder ein neues Handy, diesmal ein gutes von Sony. Dieses nutzte ich bestimmt 5 Jahre und hatte auch grundsätzlich nichts daran auszusetzen. Doch mit der Zeit wurde es immer langsamer und der interne Speicher füllte sich mehr und mehr. Ich versuchte ihn zum Großteil zu leeren und löschte einiges. Updates von Apps konnten dennoch nur selten durchgeführt werden, ohne dass ich vorher andere Apps und Daten löschen musste. In Kombination mit der Langsamkeit wurde das irgendwann ganz schön anstrengend.

No. 6

Seit Anfang 2020 habe ich mein jetziges Handy, ein Smartphone mit recht viel internem Speicherplatz, um das Problem von meinem vorherigen Handy zu umgehen. Bis jetzt funktioniert es gut und ich hoffe, es auch noch einige Jahre länger nutzen zu können.

2 Jahre und ein bisschen

Während ich das hier so schreibe komme ich mir fast ein bisschen blöd vor: 6 Handys in 16 Jahren – also hat im Schnitt jedes Handy blos 2 Jahre und 8 Monate gehalten. Ganz schön wenig für etwas, was so aufwendig produziert werden muss. Ich hoffe aber, dass ich mein jetziges Handy noch mindestens 2 Jahre verwenden kann – dann wären es etwa 3 Jahre pro Handy. Eine Zahl, die ich zwar schon etwas besser finde, aber die dennoch recht klein ist.

Heutzutage ist man ja auch quasi darauf angewiesen, ein Handy bzw. Smartphone zu haben. Und wenn man sich jetzt vorstellt, dass nicht nur ich sondern jeder von uns alle drei Jahre ein neues Handy kauft, kommen da ganz schön viele Handys zusammen.

Wobei ich glaube, dass 3 Jahre Nutzung hier noch gut gerechnet sind, einige Telefon-Verträge sind auf 2 Jahre ausgelegt und anschließend bekommt man automatisch ein neues Handy, wenn der Vertrag verlängert wird.

Viele „alte“ Smartphones auf dem Markt

Nach Auswertungen von Statista aus dem Jahr 2021 beträgt die Anzahl der Menschen in Deutschland, die ein Smartphone nutzen etwa 62.6 Millionen, der Absatz von Smartphone im Jahr 2021 betrug 21.9 Millionen Stück. Hierzu eine einfache Rechnung: Angenommen diese Zahlen bleiben über die Jahre konstant, dann würde sich jeder etwa alle 2.86 Jahre (2 Jahre und ca. 10 Monate) ein neues Smartphone kaufen. Dementsprechend wird es auch ziemlich viele Geräte geben, die gar nicht mehr genutzt werden, obwohl sie vielleicht noch gut funktionieren.

Ich denke wir können davon ausgehen, dass nur ein Bruchteil von allen „alten“ Smartphones wiederverwendet oder recycelt wird. Uns sollte allen klar sein, dass das eine ganz schöne Verschwendung ist auf unter ökologischen Aspekten Dauer nicht so weitergehen kann. Natürlich ist das Smartphone durch die digitale Welt und Social Media ein wichtiger Gegenstand für uns – aber das heißt nicht, dass man sich ständig neue Produkte kaufen und die alten wegwerfen muss.

Abgesehen davon ist es finanziell gesehen natürlich auch vorteilhaft, wenn man sich nicht ganz so häufig ein neues Handy kauft – schließlich sind es jedes mal mehrerehundert Euro, die wir dafür ausgeben müssen.

Learnings:

Ich denke vor dem Kauf des nächsten Handys sollten wir folgendes beachten:

Bewerte die Notwendigkeit

Wie gut ist das Handy, das ich derzeit habe noch? Was stört mich daran? Stören mich die Dinge so gravierend, dass ich ein neues Handy brauche oder geht es mehr um kleinere Makel? Wie viel besser ist das neue Handy, das ich mir kaufen will?

Zu schade zum Wegwerfen

Was kann ich anschließend mit meinem jetzigen Handy machen? Kann ich es verkaufen, verschenken etc.?

Bewerte das Investment

Möchte ich mir das leisten? Nehmen wie einmal die Umwelt-Aspekte raus und betrachten nur die wirtschaftlichen Kosten: Für ein Handy zahlst Du in der Regel mehrere hundert Euro, manchmal auch mehr. Was könnest du mit dem Geld machen, wenn Du es nicht für das neue Smartphone ausgibst? (z.B. anlegen in Fonds und ETFs, als Notgroschen oder als Ansparung für den nächsten größeren Urlaub?)

Wie viele Handys hattest Du bis jetzt? Verrate es in den Kommentaren!

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2 Kommentare

  1. Bei mir ist es jetzt das vierte Handy, das hoffentlich noch lange hält. Wie alt es ist, weiß ich gar nicht, vielleicht so um die 4 Jahre. Ich bin damals nur umgestiegen, da sich das vorherige nicht mehr für die heutzutage notwendigen Banking Apps aufrüsten lies. Momentan komme ich damit auf einen Durchschnitt von 5 Jahren, ich habe mich aber auch in jungen Jahren lange geweigert eines anzuschaffen. Wobei man vielleicht einen Unterschied zu modernen Smartphones machen muss. Da hätte ich mich bestimmt nicht so lange verwehrt.

  2. Amelie says:

    Spannende Frage! Durch meinen Handy-Vertrag sind es leider bei mir ein paar mehr .. aber ich konnte einige „alte“ noch innerhalb meiner Familie weitergeben oder verkaufen

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